Das Peene-Gewässersystem

Das Peene-Gewässersystem

Von den sanften Hügeln der Mecklenburgischen Schweiz und der Mecklenburgischen Seenplatte strömen drei Wasserläufe in das Tal  “Malchiner Becken” mit dem Malchiner See und in den Kummerower See. Die Ostpeene leitet das Wasser von den Hügeln nördlich der Müritz nach Malchin, die Westpeene sammelt das Wasser aus den Hügeln rund um das Malchiner Becken. Daneben haben wir noch die Teterower Peene, auch “Kleine Peene” genannt, die eine größere Ebene nördlich der Mecklenburgischen Schweiz entwässert und nahe Neukalen von Norden her den Kummerower See speist. Die Ostpeene und die Teterower Peene sind deutlich fließende Kleinflüsse, die Westpeene ist bereits ab dem Malchiner See ein träger Strom, der dank seines geringen Gefälles sein Wasser nur sehr langsam in Richtung Ostsee abfließen lässt. Insofern könnten wir sagen, “Die Peene”, der allgemein bekannte Strom mit seinem Peenetal, entsteht erst am Ausfluss aus dem Kummerower See bei Verchen Aalbude.

Die umliegenden Hügel der Mecklenburgischen Schweiz und der Mecklenburgischen Kleinseenplatte sind vor etwa 12.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit entstanden. Der Boden und das Geröll wurden von mächtigen Gletschern während mehrerer tausend Jahre aufeinander geschoben. Als die Gletscher schmolzen, gestaltete das Wasser das Malchiner Becken, den Kummerower See sowie das Peenetal vom Kummerower See bis Anklam.

Die Hügel um den Malchiner und Kummerower See erreichen bis zu 124 Meter. Sie sind teils bewaldet, oft mit Gras bewachsen. Das Peenetal selbst ist nur wenig in die ansonsten flache Landschaft Mecklenburgs und Vorpommerns eingeschnitten. Einige Hügel erreichen etwa 30 Meter.

Der Malchiner See und der Kummerower See liegen nur etwa 30 cm über dem Meeresspiegel. Auf ihrem Lauf vom Ausfluss aus dem Kummerower See bei Verchen-Aalbude bis zur Einmündung in den Peenestrom etwa 10 km östlich von Anklam beträgt das Gefälle also durchschnittlich 30 cm. Je nach Windaufkommen ändert sich der Wasserstand im Peenestrom, der mit der Ostsee und in dem Stettiner Haff verbunden ist: bei anhaltenden Westwinden kann dieser Wasserstand niedriger sein und dadurch die Fließgschwindigkeit erhöhen. Herrschen eher Ostwinde vor, steht das Wasser im Peenestrom eventuell sogar höher als in der Peene, so dass diese durchaus auch rückwärts fließen kann.

Blick auf das NSG Peenetal-Moor bei Loitz

Durch diese Eigenarten des Peenetals (flach, nur wenig über dem Meeresspiegel, breit) konnten sich rechts und links der Peene Flusstalmoor-Flächen bilden, zwischen denen sich die Peene bis zum Peenestrom schlängelt. Im Laufe der Kulturzeiten haben die verschiedenen Menschenstämme, zu denen auch die Wikinger und die Slawen gehörten, die Peene als Hauptverkehrsweg genutzt und über die Zeit auch die Moore zu einem beträchtlichen Teil abgebaut. Die verbleibenden Reste bilden heute eine wichtige ökologische Nische für die Existenz einer großen Zahl an Pflanzen- und Tierarten. Einige von ihnen findet man nur noch hier im Tal der Peene. Dazu gehören einige Orchideenarten ebenso wie die wenigen Schreiadler, die es in Deutschland noch gibt. Er wird auch der "Pommernadler" genannt.

Peene bei Demmin - Vorwerk

Außer dem Abbau der Moore haben die Bewohner des Peenetals auch die Peene selbst mehr und mehr ihren Bedürfnissen angepasst: sie wurde begradigt und auf einer bestimmten Tiefe gehalten. Deiche verhinderten viele winterlichen Überflutungen und erlaubten eine erweiterte Landnutzung im Peenetal sowie an manchen Stellen sogar dessen Besiedlung.  Die überwiegende Zahl an Gebäuden hat man aber klugerweise nach wie vor mit einem gewissen Respektabstand zur Peene auf sicherem, höheren Gelände gebaut. Große Flächen hat man einst versucht trocken zu legen, ist aber nach vielen nicht nachhaltigen Versuchen letztlich dabei, die einst vorhandenen Zustände  wieder her zu stellen, die durch die jahreszeitlichen Überflutungen bedingt waren.

Die Zuflüsse der Peene

Die Peene führt außer dem Wasser ihrer Quellflüsse noch das ihrer Nebengewässer ab. Die größten Nebenflüsse der Peene sind die Trebel und die Tollense. Daneben fließt noch die Schwinge, die Swinow, der Kuckucksgraben sowie das Wasser des Peene-Süd-Kanals in die Peene. Allerdings speist die Peene in trockenen Zeiten auch Wasser in den Peene-Süd-Kanal ein. Mit dem werden dann riesige Wiesenflächen um Ferdinandshof und Friedland bewässert.

Die Peene als Verkehrsweg

Die Peene diente viele Jahre des 20. Jahrhunderts als wichtiger Verkehrsweg, um landwirtschaftliche Produkte wie Kartoffeln, Getreide, Zuckerrüben, Holz, Baumaterial und Torf zu transportieren. Daher sind in Malchin, in Demmin, in Loitz, in Jarmen und in Anklam Häfen entstanden, die mit Speichern und großen Verkehrsflächen ausgestattet waren und sind. Alle hatten zudem auch einen Eisenbahnanschluss. Heute findet nur noch ein kleiner Teil des Transportes dieser Produkte auf der Peene statt: man nutzt lieber den LKW.

Peene Berufsschifffahrt